Regen, Herbst und MMM

Farbenspiele im Herbst - ein Farbwechselkleid



Mein neues Jeanskleid, das mehrmals die Farbe wechseln musste bevor es heute zum ersten Mal ausgeführt wurde 

Bei Regen in der Kaiservilla von Bad Ischl (Sommerresidenz von Kaiserin Sissi falls es jemand nicht weiß)

   und von dort gleich hier zum ersten Oktober MMM, der heute von dodobeads und Ihrem absolut wunderschönem wax print Rock angeführt wird (den ich am liebsten gleich adoptieren würde)

 
Cottage  Kaiservilla Bad Ischl

Etuikleid aus einer Burda von 11/2003 Mod. 118, das Strickjäckchen ist aus einem Seidengarn von DyeforYarn - eine fantastische Wolle, sowohl zum Stricken als auch zum Tragen  - nach dem Strickmuster Simplicity von Mary Annarella (über ravelry.com)


Eigentlich habe ich die Farbenspiele schon im August probiert- bevor oder während sich die ersten Blätter bunt färbten - heuer hat der Herbst schon früh gegonnen

Aber vielleicht ist dies genau der richtige Zeitpunkt mit Farben zu experimentieren

Ich hatte also zwei Teile die mir war vom Schnitt her gefielen, aber die Farben waren einfach nix

Eine weiße Bluse, schon älter, an einigen Stellen hatte sich schon der Gilb bemerkbar gemacht - weiß ziehe ich eher selten an, mit oder ohne Gilb

und das Etuikleid - gezeigt schon einmal hier
da mich das Kleid unglaublich viele Nerven gekostet hat, war es mir zu schade als das es jetzt jahrelang im Schrank hängt und ein Mauerblümchendasein fristet
Aber so konnte und wollte ich es nicht anziehen - es ähnelte zu sehr eine Schwesterntracht und der Stretchjeans mutet sich bretthart an - das war einfach nichts geworden

Kurzerhand wurde Textilfarbe besorgt und die Teile ab in die WaMa zum experimentieren
gewählt hatte ich Lila - und heraus kam - LILA aber so richtig - das war denn des guten zuviel  - ging auch nicht

Das nächste Experiment war nun mit Entfärber- ab in den Eimer und die beiden Teile zur Hälfte  reingehängt

Meine Ideeda sich Wasser (und somit der Entfärber) hochzieht, allerdings langsam, entsteht ein Farbverlauf von Hell nach Dunkel

ABER: (und es gibt immer ein Aber) ich hatte zum einen nicht damit gerechnet das die Entfärberei recht schnell ging und zum anderen - mein Eimer hatte einen Riß im Boden. Zwar habe ich vorsichtshalber eine große Tüte unter den Eimer gelegt (man weiß ja nie), aber ein Teil von dem was eigentlich lila bleiben sollte hing trotzdem im ausgelaufenen Entfärber

Hier das Ergebnis:
Man kann deutlich sehen, dass die Manschetten und die Säume auch Entfärber mit bekommen haben, nur nicht ganz soviel wie der Rest. 

So ging also aber auch nicht, der Farbverlauf hat nicht so wirklich gut funktioniert und oben war alles eindeutig zu hell geworden.

Jetzt war es aber sowieso egal was ich mache, entweder es wird was oder es fliegt in die Tonne.

Wieder los und neue Farbe besorgt. Die Bluse habe ich zusammen mit 2 Trigemastoffen, die mir farblich nicht zusagten in antikgrau von DYLON - bei den Trigemas ein mittelblauer Sweat  (Bääh) und einen hellblauen Pique -zu beidem fiel mir mal so gar nix ein

Die neuen Ergebnisse: 


Die Bluse ist nun grau mit lila - und es verläuft sogar ein wenig - hier ungebügelt aber in natura und gebügelt sieht es sogar gut aus

Das die Nähte hier und beim Kleid weiß/hellblau geblieben sind stört mich nicht, sondern ist ein zusätzlicher Effekt

Dazu passend der nun nicht mehr hellblaue sondern graublaue Pique, der nun danach schreit ein Rock nach Art Alabama Chanin zu werden
Der Sweat hat eine tolle Petrolfarbe bekommen, das wird irgendwas in Richtung Longshirt - Sweatkleid, eine Idee schwebt mir schon vor, ist aber noch nicht ganz zuende gedacht, leider kommen die Farben nicht so gut rüber

Und mein Kleid wurde zusammen mit einem Prinzessinpinkfarbenen Interlock von Tigema, aus dem ich einen Jogginganzug genäht habe in ein weinrot eingetaucht! 

Die Nähte hatte ich bereits vorher in dunkelrot gesteppt, denn hier war von Anfang an ganz klar - die Farbe kann so nicht bleiben. Den Pullover habe ich noch zusätzlich mit einem Stencil und Marabu Sprühfarbe bearbeitet. Hier habe ich feststellen müssen, das die Farbe zum sprühen einfach unglaublich flüssig ist und im Stoff verläuft - ähnlich wie bei Seidenmalerei wenn man den Rand nicht ordentlich gemalt hat. Nun habe ich zwar viele Ideen für Motive, aber noch keine wie es besser geht.... Ausser mit Farbe getupft (allerdings keine Sprühfarbe), denn bei der Hose hat es besser funktioniert

 Ich muss zwar noch üben, aber fürs erste Mal wars ok. Es sind auch nur home-klamotten - daher reine Ausprobierteile




Kommentare

  1. Die Endfarbe des Kleides gefällt mir sehr, auch der Farbverlauf, wobei die Nähte weiß geblieben sind, nicht? Aber das Kleid ist sehr hübsch, mir gefällt auch die Länge, ideal, wenn man Stiefel dazu trägt.
    LG von Susanne

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  2. Spannender Post. Ich bin ja auch so jemand, die eher lange experimentiert, bevor sie was wegwirft. Mit dem Färben und Entfärben habe ich fast immer gute Erfahrungen gemacht und es gibt oft überraschende Ergebnisse. Dein Kleid und die Bluse sind toll geworden.
    Danke auch für deine Erfahrungen mit der Sprühfarbe. Ich drucke immer mit einer kleinen Lackierrolle, das gibt saubere Ergebnisse.
    LG
    Susanne

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  3. Stimmt, die Nähte sind weiß bzw hellblau geblieben, da ich hauptsächlich polyestergarn verwende. Es stört mich aber nicht, im Gegenteil, es hat auch was
    Danke für den Tipp mit der Malerrolle, an Schaumstoff hatte ich schon gedacht, aber auf die Rolle bin ich nicht gekommen, die gibt es ja auch schon sehr klein und mit feinen Poren. Allerdings denke ich nicht, das ich die Sprühfarbe dazu Verwendern kann, die wird trotzdem zu flüssig sein.

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