Ich nähe mir ein Dirndl Teil 1 - die Vorgeschichte ODER wie es dazu kam

Vor ziemlich genau 3 Jahren sind wir, meine Tochter, mein Lebensgefährte und meine Wenigkeit,  aus beruflich Gründen von Westfalen nach Oberösterreich umgezogen (übergesiedelt)

Bis dahin hatte sich für mich, bis auf kurze Ausnahmen seit meinem 3. Lebensjahr wohnhaft in Lippe, nie, aber wirklich so gar nicht die Frage gestellt ob ich jemals Tracht oder ein Dirndl brauche, geschweige denn anziehen würde. Hätte mir damals jemand diese Andeutungen gemacht, wäre dies für mich eher ein Scherz gewesen.

Nun sind wir aber auf einmal in Österreich, einem Land in dem traditionell Dirndl bzw Tracht getragen wirrd. Zum Kirchgang an hohen Feiertagen (oder auch weniger hohen), zum Familien- oder anderen Festen, Taufen, Hochzeiten.

Und nachdem wir etwas über ein 3/4 Jahr hier wohnten wurden wir zu einem runden Geburtstag eingeladen. Motto: Tracht ist Macht  - sollte heißen: jeder kommt bitte in Tracht. Ooooooh je
Für uns hieß es nun was tun?
 Eine eigene Tracht ausunserer Gegend gibt es zwar, wird aber nur noch zu Heimatvereinsfesten und zum Holzschuhtanz angezogen, hatte ich außerdem nicht und wollte ich auch nicht. Das linke Bild zeigt die Augustdorfer Trachtgruppe vor dem Detmolder Landestheater.
 1990
Die einfache Tracht aus meinem Heimatdorf wäre noch eine Möglichkeit gewesen,
die Lippische Tracht, die ansonsten in früheren Zeiten zu derartigen Anlässen, getragen wurde ganz sicher nicht - allein die Kopfbedeckung .......  das trägt heute sowieso niemand mehr freiwillig

Bildergebnis für lippische tracht
Schaumburg-Lippe
Die Tracht des saarländischen Herzallerliebsten war auch nicht verfügbar

IMG_0006a
Museum für Mode und Tracht Nohfelden



Wir hatten daher beschlossen uns kleidungsmäßig den Menschen anzupassen, unter denen wir leben und für mich war klar das ich natürlich selbst nähe!

2013
Ich habe 2 Dirndl genäht - eins für meine Tochter und eins für mich, der Herzallerliebste hatte sich in Leihkleidung gewandet.
Irgendwie hatte ich aber Schwierigkeiten an Informationen zu kommen, wie´s geht. Die Schnitte sind aus der Dirndl-Revue 2011, Leihgabe des Stoffladens in dem ich auch den Stoff gekauft habe, aber die Anleitungen darin sind ja eher spartansich. Genäht habe ich dann wie ich meinte und konnte, ein wenig habe ich damals im Internet gefunden, aber die Beute war nicht sehr groß - über diese Sucherei bin ich zu diversen Foren und Blogs gekommen, hatte somit auch was Gutes! Ich habe mir auch bereits fertige Dirndl angeschaut und dann einfach losgelegt. Nähen kann ich ja, also kann ja nichts schiefgehen. Auf die Idee, im ansässigen Stoffladen nach Hilfe zu fragen bin ich überhaupt nicht gekommen.


Für mich gab es einen Zweiteiler, so kann ich das Leibchen sowohl zu Rock und Schürze wie an dem Geburtstag 2013, als auch mal zur Jeans anziehen, zum Beispiel bei der Brauweihnacht 2014 der Gasthofbrauerei in der Nachbarschaft.




Nun habe ich beschlossen ein weiteres Dirndl zu nähen. Als Kleid und ganz traditionell, sowohl das Modell als auch die Ausführung. Zu diesem Zweck nehme ich Hilfe im Stoffladen in meiner Gegend, dem Stoffenspektakel in Anspruch. Hier gibt es nicht nur eine große Auswahl an Dirndlstoffen, sondern auch eine Schneidermeisterin, die an den Nähtagen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die Orientierung für das Modell ist das Schwanenstädter Dirndl in der Farb- und Stoffauswahl, Schnitt des Leibchens eine Kombination aus Schwanenstädter (Vorne) und Wachauer (Rücken) Leibchen.

Stoff natürlich vom Stoffenspektakel
Leibchen: Dunkelblaues Leinen mit 3% Seide, Futter dunkelblaue Baumwolle
Rock: Baumwoll-Karo blau/grün
Schürze: Baumwolle gelb mit Blümchen 
(eigentlich müssten es Streifen sein, leider aber gerade nicht am Lager - aber die Bümchen sind ja mehr oder weniger in Streifen angeordnet, ich bin ja flexibel)

Stoffauswahl
Schnitt des Leibchens









Kommentare

  1. Ich bin ja über den Film- und Serien Sewalong hergekommen, aber ich musste echt lachen, dass jemand über die Dirndl meiner Geburtsstadt schreibt. Irgendwie erwartet man das nicht, so beim Blogbrowsen. Bin schon gespannt wie es fertig aussieht, scheint ja ein schön, schlichtes Dirndl zu sein. Ich habe noch eine Großtante da, die nie was anderes trägt als Tracht und entsetzt war, als ich ihr erklärte, dass ich gar kein Dirndl (auch kein steirisches, obwohl ich jetzt da wohne) hätte und dann kam die Diskussion mit dem in die Kirche gehen... Kleidung ist eben doch wichtig.

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    1. Ich hätte vor 3 Jahren auch nie im Leben über Dirndl nachgedacht, und ganz sicher nicht über das Tragen eines solchen. aber manchmal kommt es anders!

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