Ich nähe mir ein Dirndl Teil 2 - Das Leiberl

Vorbemerkung: Ich beschreibe hier wie ich das Leiberl für mein Dirndlkleid genäht habe, dabei hatte ich die Unterstützung einer hiesigen Schneidermeisterin. Natürlich gibt es immer mehrere Wege etwas zu nähen, daher kann es durchaus sein das nicht jeder so arbeiten würde oder andere Verarbeitungstechniken kennt.

Nun zum Wesentlichen und zur Fotostrecke, ich hoffe es langweilt nicht zu sehr, denn es ist doch mehr Text dabei als ursprünglich mal geplant


 Die Schnitteile habe ich mit Kopierpapier auf das Futter übertragen, zugeschnitten und dies dann wiederum als Schnitt für den Oberstoff verwendet.
Nachdem alles zugeschnitten war konnten die Nahtlinien mit einem Heftfaden auf die rechte Seite übertragen werden.
Anschließend mit einem großen Stich heften und das Leiberl war bereit für die erste Anprobe.
Ausschnittkanten sind vorerst bis zum Halsausschnitt zugeschnitten, die eigentlichen Ausschnittlinien nur markiert, so kann die Passform besser überprüft werden




Die Anprobe ist gut verlaufen, der Schnitt sitzt, die Taille ist neu markiert (roter Faden) und  so kann mit der Paspolierung begonnen werden.

Das war nun etwas, was bisher immer an mir vorbei gegangen ist. Zwar habe ich schon mal fertige Paspel eingenäht, allerdings ist das schon ewig her.
Also im Prinzip Neuland.

Aber gerade dieser Teil hat mir sehr gut gefallen und sogar Spaß gemacht.
Die vorbereiteten Schrägstreifen (ca. 3,5 cm breit) werden etwas mit 0,5 cm Nahtzugabe an die Nahtkanten (immer an der Innenrundung!) genäht, dann die Nahtkanten stufig verschnitten. Anschließend das Paspolband eingelegt und der Schrägstreifen richtig stramm um das Paspolband gezogen und festgesteckt. Danach kann im Nahtschatten mit kleinen Rückstichen (Handnähte) genäht werden.


Im Rückenteil werden die Seitenteile anschließend untergelegt und wieder im Nahtschatten mit der Maschine angenäht. Die Nahtzugaben werden dann alle stufig zurückgeschnitten auf ca. 1 cm, das Futter umgeschlagen und dann anstaffiert.







Beim Vorderteil werden die Abnäher entgültig geschlossen und aufgeschnitten, anschließend auseinander versäubert und auseinandergebügelt. 



Nachdem  Rückenteil  und  Vordereil soweit fertig sind können die Schulternähte geschlossen werden.
Zum versäubern der Schulternähte kann man die Overlock nehmen oder die Stoffe (Oberstoff und Futter) jeweils nach innen einschlagen und knapp zusammensteppen. Ich habe die Overlock genommen. Hätte ich die Nähte eingeschlagen wäre es mir bei diesem Stoff am Ende dort zu dick und wülstig geworden.
Die Ausschnitte bekommen nun Ihre entgültige Form, das heißt der (zuviel) Stoff wird herunter geschnitten.

Jetzt werden die Paspolbänder in den Ausschnittkanten eingearbeitet. Das wird im Prinzig genauso gemacht wie im Rückenteil, allerdings muss man beim Nähen im Nahtschatten aufpassen das man das Paspolband nicht mit festnäht, damit hier die Weite noch nachreguliert werden kann. In den Armausschnitten ist mir das auch sehr gut gelungen. Im Halsausschnitt durch die Ecken nur teilweise. Aber das die Passform bereits recht gut war, konnte alles so bleiben (GsD)
Die Schrägstreifen werden dann nach dem Verschneiden der Nahtzugaben nach innen eingeschlagen und wie zuvor im Rückenteil am Futter anstaffiert.

Nun können die Seitennähte bis kurz vor dem Armloch geschlossen werden. Anschließend wird anprobiert und die Armlochweite mit den Paspolbändern reguliert und der Rest geschlossen.

Der nächste Arbeitsschritt ist der Rock

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